NRZ - Oberhausen/ 08.10.2008 von Ralf Bögeholz

Überall Baustellen

JÜRISSEN-HALLE. Renovierung voraussichtlich bis Ende November. NBO-Basketballerinnen eingeplant. Anja Franken hört auf.

Das mächtige Gerüst wird gerade abgebaut. Von der endgültigen Fertigstellung ist die Willy-Jürissen-Halle jedoch noch weit entfernt. Bis weit in den November werden die Arbeiten an Oberhausens größter Sporthalle noch andauern - im besten Fall. "Die Halle soll um den 20. bis 24. November fertig sein", sagt Dietmar Ingenerf, Leiter des Bereichs Sport der Stadt, relativiert diese Aussage jedoch im gleichen Atemzug. "Das ist das anvisierte Ziel, aber es müssen noch einige Arbeiten erledigt werden und wenn irgendwo Probleme auftauchen, kann es natürlich zu Verzögerungen kommen."

Das wäre nichts Neues, schließlich hat auch die aufwändiger als zunächst angenommene Deckenrenovierung für eine Änderung des Zeitplans - und natürlich der Kosten - gesorgt. Die ist jedoch abgeschlossen und das Ergebnis kann sich bereits sehen lassen. Senkt man den Blick weiter nach unten, ist jedoch Baustelle pur zu sehen. Während der Eingangsbereich - hier sorgt nur ein neuer Anstrich für Ambiente - und Umkleidekabinen von der Umgestaltung verschont bleiben, geht es im Hallenbereich mächtig zur Sache.

So wird als nächstes die alte Holzwand gegenüber der Tribüne durch eine aus Kunststoff ersetzt, was besonders die Fußballer freuen wird, die im Januar dort wieder die Stadtmeisterschaften austragen. Besonders berücksichtigt wurden bei der Planung die Bedürfnisse von evo NBO, dem klassenhöchsten Oberhausener Hallensportverein. Da die derzeitige Spielhalle Ost über kurz oder lang nicht mehr den Anforderungen der Basketball-Bundesliga genügen wird und angesichts der hiesigen Haushaltslage auch kaum großartig umgebaut werden dürfte, deutet alles auf einen mittelfristigen Umzug zumindest der ersten Mannschaft hin.

Im Zuge dessen entspricht auch die neue Anzeigetafel den hohen Basketball-Anforderungen wie etwa Foulanzeigen der auf dem Feld befindlichen Spielerinnen oder der 24-Sekunden-Regel. Aber auch beim neu zu verlegenden Boden wurde auf die Basketballerinnen geschaut. Dort wird jetzt anstatt des Kunststoffbelags ein Parkettboden verlegt, wobei Ingenerf Wert auf die Tatsache legt, dass dies keine zusätzlichen Kosten verursacht. Allerdings muss auch noch eine zusätzliche Bodenverstärkung eingebaut werden, da die neuen mobilen Korbanlagen ein Gewicht von jeweils 1,4 Tonnen aufweisen.

Bleibt noch die Tribüne, die ursprünglich erst im kommenden Jahr mit neuen Sitzen ausgestattet werden sollte. Das geschieht nun bereits in der laufenden Bauphase, was laut Ingenerf auch ökonomische Vorteile mit sich bringt. Die abgesessenen und zum Teil defekten Holzsitze werden durch Kunststoff-Klappsitze ersetzt. Die Zuschauer-Kapazität bleibt dabei erhalten.

Eventuell zum Spiel gegen Chemnitz

Wenn alles klappt, können sich die Oberhausener am 30. November vom Ergebnis überzeugen. Für dann ist nämlich geplant, das Heimspiel von NBO gegen Chemnitz dort auszutragen. "Aber natürlich nur unter dem Vorbehalt, dass es keine Verzögerungen bei den noch anfallenden Arbeiten gibt", gibt sich Ingenerf zurückhaltend.

Bei den New Baskets freut man sich darauf, ein Spiel in der Jürissen-Halle auszutragen. Es sind aber gemischte Gefühle vorhanden, da der Ausflug eine Menge Organisationsarbeit bedeutet, die in der momentanen Lage schwer zu verrichten ist. Denn vor kurzem hat Geschäftsführerin Anja Franken völlig überraschend aus persönlichen Gründen ihr Amt niedergelegt. Ihre Aufgaben hat vorläufig Vertreter Ralf Weßlowski in Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden Rainer Schulz übernommen. Dennoch wirkt sich der Rücktritt nachhaltig auf viele organisatorische Dinge innerhalb des Vereins aus, die nur langsam in den Griff zu bekommen sind.

Fest steht mittlerweile jedoch der Termin für das Pokalspiel der Bundesliga-Damen. Am Donnerstag, 23. Oktober, tritt das Team beim Regionalligisten BBC Koblenz-Horchheim an.