NRZ - Oberhausen/ 9.10.2008 von Stefan Schweigert

Keine Ausreden

HC RWO will Favoritenstatus bei der Stadtmeisterschaft gerecht werden. TVB ab sofort ohne Hammelmann.

Bereits zum dritten Mal in Folge veranstaltet der HC Sterkrade 75 die offizielle, durch die Fachschaft beschlossene, Stadtmeisterschaft der Herren. Der Startschuss erfolgt morgen, 14 Uhr, in der Halle Biefang. Gespielt wird in zwei Gruppen, folgende Klubs haben fest zugesagt: HC RWO, TV Biefang, TuS Alstaden, HSC Osterfeld, DJK RSV Styrum, HC 75. Premiere feiert die DJK SG Tackenberg. Abgesagt haben hingegen die HSG Mülheim/Oberhausen (nehmen stattdessen in Mülheim an der Stadtmeisterschaft teil), TB Oberhausen sowie Tbd. Osterfeld. Die unmittelbar nach dem Finale (ca. 19 Uhr) vorgesehene Siegerehrung wird von Fachschaftsleiter Alfred "Ali" Brandt vorgenommen.

"Wir freuen uns, dieses Turnier wieder austragen zu dürfen und hoffen auf einen regen Zuschauerzuspruch, zumal der Eintritt frei ist", wünscht sich HC-Vorsitzender und Cheforganisator Siggi Latza ordentliche Unterstützung für die Aktiven. "Unsere Sportart ist in der Stadt ohnehin etwas unterrepräsentiert. Von daher wäre es schön, wenn wir mit dieser Veranstaltung mal wieder etwas Werbung betreiben könnten." Fürs leibliche Wohl ist in ausreichendem Maße gesorgt.

Einen Favoritenstatus besitzen naturgemäß die beiden klassenhöchsten Vereine, HC RWO (Verbandsliga) und TV Biefang (Landesliga). Dass der aber nicht unbedingt etwas zu bedeuten hat, bewies HC 75 im vergangenen Jahr, als die Gastgeber überraschend den Titel holten.

"Wir treten mit dem Anspruch an, uns als vermeintliche Nummer eins durchzusetzen", möchte Michael Köberle mit seinen Jungs ganz oben auf dem Treppchen stehen. Dabei fehlt ihm allerdings der komplette Rückraum, da Marc Landgraf, Pierre-Andre Köhler, Andre Behmer und Alex Christ ausfallen. "Da müssen wir improvisieren und umstrukturieren. Ausreden gibt's keine", nimmt "Köpi" seine Mannen in die Pflicht.

Ähnliche personelle Sorgen hat auch Uli Beckmann. Der TVB-Coach muss auf Benedict Schwinning verzichten, zudem steht Stephan Hammelmann ab sofort nicht mehr zur Verfügung. Der Rückraumspieler hat sich wieder seinem Heimatverein Emsdetten angeschlossen. Das Angebot, beim Zweitligisten hauptberuflich den Posten des Jugendkoordinators zu bekleiden, konnte und wollte Hammelmann nicht ausschlagen. "Unsere Mittelposition ist dadurch verwaist, wir können einige Sachen ausprobieren. In unserer Heimspielstätte wollen wir natürlich weit vorne mitmischen", strebt der TVB das Finale an.

 

WAZ - Oberhausen/ 9.10.2008 von Martin Berger

Favoriten sind andere

HC 75 Sterkrade richtet am Samstag die Stadtmeisterschaften aus. Drei Vereine glänzen durch Abwesenheit.

Die Oberhausener Handballer nutzen die vierwöchige Ferienpause, um ihren „Meister” auszuspielen. Denn am Samstag steigen in der Halle Biefang ab 14 Uhr die Handball-Stadtmeisterschaften, die vom HC 75 Sterkrade ausgerichtet werden. Gespielt wird in zwei Gruppen; hier die Einteilung: In Gruppe A spielen der TV Biefang (Landesliga), der RSV Styrum (Kreis-Oberliga) und TuS Alstaden (Kreis-Oberliga). Die Teams in der anderen Gruppe: HC RW Oberhausen (Verbandsliga), HSC Osterfeld (Kreisliga), DJK Tackenberg (1. Kreisklasse) und der HC 75 Sterkrade 75 (Kreis-Oberliga) als Gastgeber. Lediglich die Teams vom Turnerbund Oberhausen, vom Turnerbund Osterfeld und von der HSG Mülheim/Oberhausen glänzen bei den Meisterschaften durch Abwesenheit. Jedes Spiel dauert 15 Minuten; die jeweiligen Gruppensieger spielen gegen den Zweiten aus der anderen Gruppe um den Einzug ins Finale. Titelverteidiger ist übrigens der HC 75 Sterkrade, der sich im letzten Jahr im Endspiel gegen TuS Alstaden mit 9:8 durchgesetzt hat. Haushohe Favoriten sind jedoch die beiden ranghöchsten Oberhausener Teams, und das sind der HC RWO und der TV Biefang, die in der Verbands- bzw. in der Landesliga spielen. Und wenn alles glatt läuft, dann müsste der neue Stadtmeister gegen 19 Uhr feststehen.

 

Das Halbfinale ist Pflicht

3 Fragen an....Michael Köberle

Samstag spielen sieben Mannschaften um den Stadtmeistertitel. Als Verbandsligist ist Ihr Team das ranghöchste, also Favorit?

Köberle: Normalerweise ja, auf Grund unserer Personalsituation allerdings überhaupt nicht. Marc Landgraf, Andre Köhler, Andre Behmer und Alexander Christ können nicht mitmachen, und damit ist mir der komplette Rückraum weggebrochen. Trotzdem kein Grund zum Jammern, das Erreichen des Halbfinales ist Pflicht für uns.

In der Meisterschaft lief es bisher nicht so gut. Woran hat's gelegen?

Köberle: Das ist so nicht richtig. In Rhede haben wir anfangs zwar nicht zu unserem Spiel gefunden, die zweite Halbzeit aber völlig offen gestaltet. Gegen Schwafheim haben wir 40 Minuten lang ein Bombenspiel gemacht und am Ende auch verdient gewonnen. Lediglich das Spiel gegen Dinslaken müssen wir einfach abhaken. Diese Mannschaft ist einfach eine Klasse für sich und für uns kein Maßstab. Eigentlich lief damit bisher alles nach Plan.

In Oberhausen gibt es lediglich einen Verbands- und einen Landesligisten. Das ist nicht viel.

Köberle: Schwierige Frage. Das Traurige ist, dass es in dieser Stadt eigentlich viel mehr Potential gibt. Aber jeder versucht, nur sein Ding durchzuziehen. Wir zum Beispiel haben keine Jugendmannschaften und nur zwei Herrenteams. In anderen Klubs gibt es eine gute Jugendarbeit, dafür hapert es im Seniorenbereich. Michael Köberle (33) ist seit eineinhalb Jahren Trainer des HC RWO der „Nummer 1” in Oberhausen. Davor saß er drei Jahre auf der Trainerbank der zweiten Mannschaft, für die er noch spielt.