
Handball Bloß nicht wieder
zittern
Oberhausen,
21.09.2011, Stefan Schweigert
Landesligist HC Rot-Weiß
will gemeinsam mit dem OTV 73 eine bessere Rolle in der Liga spielen
Der
Verbandsliga-Abstieg im Jahr 2009 wurde beim HC Rot-Weiß Oberhausen 22/88 nicht
wirklich gut verkraftet. In den letzten zwei Spielzeiten wurschtelten sich die
„Styrumer Löwen“ mehr schlecht denn recht durch die
Landesliga. Beide Male war großes Zittern angesagt, bis der Klassenerhalt mit
Ach und Krach noch eingetütet werden konnte. Zur kommenden Saison soll’s
endlich besser werden.
Neuer Trainer
Um die
Vergangenheit ein Stück weit ruhen zu lassen, ist der Klub mit dem OTV 1873
eine Spielgemeinschaft eingegangen. Das sportliche Tal ist dadurch längst nicht
automatisch durchschritten. Allerdings präsentiert sich die HSG RW O TV mit
vielen neuen Köpfen stark verändert und durchaus verbessert. „Wir haben
unumstritten an Qualität dazu gewonnen“, ist der 1. Vorsitzende Eugen Dempewollf von einem Aufschwung überzeugt. Für diesen soll
allen voran Trainer Joachim Ceranek sorgen. „E. T.“,
wie der selbst noch aktive Coach (HSC Osterfeld) in der Szene ob seines
gehobenen Zeigefingers nach guten Anspielen nur gerufen wird, löst Martin
Gräfen ab und kommt vom Ligakonkurrenten TV Walsum-Aldenrade.
Von dort hat Ceranek mit Linkshänder Heiko Goldbaum gleich mal einen seiner besten Kumpel mitgebracht.
Der Mitdreißiger weist Oberliga-Erfahrung vor und
wird – solange der Körper noch willig ist –Führungsaufgaben bekleiden. Marcel
Hoffmann und Patrick Schulz wechselten ebenfalls vom TVA zur HSG. Andre
Lagerpusch (TV Kettwig) soll die teils offenkundigen Probleme auf der Torhüterposition beheben. Von der HSG Mülheim entschlossen
sich Lars Hillen (A-Jugend), Manuel Sommer und Mark Kedzierski
zu einer Standortveränderung. Letzterer wird aufgrund eines Mittelfingerbruchs
aber erst in zwei Monaten auf der „Platte“ stehen. Die beiden Schnapper Patrick
Bräuter und Tobias Gernand
sind ebenso nicht mehr an Bord, wie auch Jonas Gräfen (TV Schwafheim),
Veit Wrobel (HSV Dümpten) und Sebastian Reiners (Aldenrade).
Von der
guten Stimmung innerhalb der runderneuerten Truppe ist Ceranek
angetan. „Da könnte was zusammenwachsen. Die Jungs verstehen sich super“, hat
es der Linienchef scheinbar gut angetroffen. Gleichwohl hat er seinen
Schützlingen zu Beginn direkt mal deutlich zu verstehen gegeben, was die sich
unter ihm nicht erlauben dürfen. Und dazu zählen insbesondere
Disziplinlosigkeiten.
Luft nach oben
Im
Verlauf der Vorbereitung hat Ceranek Fortschritte
ausfindig gemacht, obwohl in der Deckungsarbeit noch ordentlich Luft nach oben
bleibt: „Nicht alle sind auf dem gleichen Level. Bleiben wir aber von größerem
Verletzungspech verschont, sollte die Mannschaft in der Lage sein, am Ende
einen gescheiten Tabellenrang zu belegen.“
Diesen
stellt sich Dempewolff wiederum zahlenmäßig so vor: „Platz vier bis sechs.“ Das
klingt nicht abgehoben. Vielmehr nach dem Streben, gänzlich zitterfrei durch
die Saison zu kommen.